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![]() Allgemeine Fragen Wieso ist das richtige Körpergewicht so wichtig, wenn eine Frau schwanger werden möchte? Was versteht man unter dem so genannten Asherman-Syndrom? Was versteht man unter dem so genannten Klinefelter-Syndrom? Was versteht man unter dem so genannten Pronucleusstadium? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Beschaffenheit des Zervixschleims und dem Eintreten einer Schwangerschaft? Was ist eine Gelbkörperschwäche und wie kann sie behandelt werden? Kann die langjährige Einnahme der Pille zur Unfruchtbarkeit führen? Was versteht man unter Klimakterium praecox? Woraus besteht eigentlich Samenflüssigkeit? Was entscheidet, ob das Kind ein Junge oder ein Mädchen wird? Gibt es echte Allergien gegen Sperma? Was sind die Aufgaben der Hormone Östrogen und Progesteron im weiblichen Zyklus? Welche Hormone produziert die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und welche Rolle spielen sie im weiblichen Zyklus? Schadet Rauchen der Fruchtbarkeit? Bestehen Zusammenhänge zwischen der Einnahme der Antibabypille und ungewollter Kinderlosigkeit? Wie und unter welchen Voraussetzungen erreichen die Samenzellen die zu befruchtende Eizelle im Eileiter? Was ist eine Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffzienz) und wie kann sie behandelt werden? Was ist der so genannte Postkoital-Test? Was bedeutet die Diagnose Hyperandrogenämie und wie kann sie behandelt werden? Kinderwunsch und Überproduktion von Prolaktin – wie hängt das zusammen? Inwiefern hat das Körpergewicht der Frau Einfluss auf die Fruchtbarkeit beziehungsweise auf den Erfolg einer Sterilitätstherapie? Wieso ist das richtige Körpergewicht so wichtig, wenn eine Frau schwanger werden möchte? Sowohl stärkeres Über- als auch Untergewicht kann sich nachteilig auf die Fruchtbarkeit der Frau auswirken. Starkes Übergewicht kann zu Hormonstörungen führen: Viele übergewichtige Frauen bekommen nur selten oder überhaupt keine Periodenblutungen und haben in vielen Fällen keinen Eisprung. Zudem müssen übergewichtige Schwangere häufiger mit Schwangerschaftskomplikationen rechnen. Auch Frauen mit starkem Untergewicht oder Magersucht leiden unter Zyklusstörungen, da von den Eierstöcken oft nicht ausreichend Östrogene produziert werden. Der Körper schützt sich auf diesem Wege vor einer zusätzlich belastenden Schwangerschaft. Frauen mit Zyklusstörungen, die schwanger werden wollen, sollten zunächst versuchen, ihr Körpergewicht zu normalisieren, bevor sie sich in medikamentöse Behandlung begeben. Was versteht man unter dem so genannten Asherman-Syndrom? Von einem Asherman-Syndrom spricht man, wenn in der Höhle der Gebärmutter Verwachsungen, Verklebungen oder Vernarbungen der Gebärmutterschleimhaut vorliegen beziehungsweise die Gebärmutterschleimhaut hormonunabhängig so verändert ist, dass eine Einnistung des Embryos verhindert wird. Als Ursachen für solche Veränderungen kommen Operationen an der Gebärmutter, unter anderem auch tiefe oder wiederholte Ausschabungen oder Infektionen in Frage. Ein Asherman-Syndrom äußert sich typischerweise in schwachen bis ganz fehlenden Periodenblutungen; im Ultraschall ist auch bei guter hormoneller Stimulation kein adäquater Schleimhautaufbau darstellbar. Können im Rahmen einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) einzelne Verwachsungsstränge nachgewiesen werden, besteht manchmal die Möglichkeit einer operativen Therapie. Ist die gesamte Schleimhaut zum Beispiel durch wiederholte Ausschabungen geschädigt, ist eine erfolgreiche Behandlung in manchen Fällen schwierig bis unmöglich. Was versteht man unter dem so genannten Klinefelter-Syndrom? Bei dem Klinefelter-Syndrom handelt es sich um eine seltene Chromosomenanomalie, die eine Abweichung vom normalen männlichen Chromosomensatz darstellt. Während gesunde Männer den normalen Chromosomensatz 46,XY besitzen, haben Männer mit einem Klinefelter-Syndrom in den meisten Fällen ein zusätzliches X-Chromosom, also den Chromosomensatz 47,XXY. Auf Grund des abnormen Chromosomensatzes ist das Hodengewebe der betroffenen Männer so verändert, dass in vielen Fällen keine Samenzellen produziert werden. Daher galten Männer mit dem Klinefelter-Syndrom bisher als zeugungsunfähig. Da man allerdings festgestellt hat, dass in manchen Fällen doch Samenzellen bei Hodenbiopsien gefunden werden, die für eine künstliche Befruchtung in Frage kommen, wird zurzeit versucht, bei Kinderwunsch eine ICSI-Behandlung anzuwenden. Die Erfahrungen mit dieser Behandlung sind aber noch sehr gering und es ist noch sehr unsicher, wie viele Patienten mit einem Klinefelter-Syndrom durch eine solche Behandlung tatsächlich zu einem eigenen Kind kommen könnten. Unklar ist ebenfalls die Frage, wie hoch das Risiko ist, eine genetische Abweichung im Rahmen der assistierten Reproduktion vom Vater auf eventuelle Kinder zu vererben. Was versteht man unter dem so genannten Pronucleusstadium? Das Pronucleusstadium ist ein bestimmtes Stadium der befruchteten Eizelle im Rahmen der assistierten Befruchtung. 16 bis 20 Stunden nach Zusammenbringen von Ei- und Samenzellen im Reagenzglas kann man unter dem Mikroskop erkennen, ob eine Befruchtung stattgefunden hat. Man kann dann nämlich in der Eizelle zwei Vorkerne, die das Erbmaterial von Vater und Mutter enthalten, unterscheiden. Solange diese beiden Vorkerne noch nicht verschmolzen sind, spricht man vom Vorkern- oder Pronucleusstadium. In diesem Stadium können die befruchteten Eizellen entweder im Brutschrank weiterwachsen, bis sie wieder in die Gebärmutter eingesetzt werden. Sie können aber auch eingefroren oder verworfen werden. Hat eine Verschmelzung der beiden Vorkerne stattgefunden, beginnen die Zellteilungen und es liegt ein Embryo vor. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Beschaffenheit des Zervixschleims und dem Eintreten einer Schwangerschaft? Damit die Spermien in die Höhle der Gebärmutter und von dort aus in die Eileiter zu der zu befruchtenden Eizelle gelangen können, müssen sie den Gebärmutterhals und den dort produzierten Schleim passieren. Nur zu dem Zeitpunkt des Eisprungs ist das Sekret des Gebärmutterhalses so beschaffen, dass die Samenzellen optimale Bedingungen zur Passage vorfinden. Liegen hormonelle Störungen vor, kann die notwendige Veränderung des Schleims ausbleiben und das Eintreten einer Schwangerschaft verhindern. Gelegentlich können auch narbige Folgen von Operationen am Gebärmutterhals die Schleimproduktion beeinträchtigen und damit verhindern, dass Samen von der Scheide in die Gebärmutter gelangen. Auch Infektionen kommen als mögliche Störungen im Bereich des Gebärmutterhalses in Frage. Während Infektionen zum Beispiel mit Antibiotika behandelt werden können, kommt bei erstgenannten Problemen in manchen Fällen eine Inseminations-Behandlung in Frage, wobei mit einem dünnen Schlauch Sperma in die Höhle der Gebärmutter gespritzt wird. Was ist eine Gelbkörperschwäche und wie kann sie behandelt werden? Unter einer Gelbkörperschwäche (auch Corpus-Luteum-Insuffizienz) versteht man die ungenügende Produktion von Progesteron in der zweiten Zyklushälfte. Obwohl sich die Folgen der ungenügenden Hormonproduktion erst in der zweiten Zyklushälfte manifestieren, liegen die Ursachen der unzureichenden Progesteron-Produktion in der ersten Zyklushälfte, nämlich in einer schlechten Eizell- und Follikelreifung. Daher beginnt die Behandlung der Gelbkörperschwäche mit einer Anregung der Eizellreifung im Sinne einer hormonellen Stimulation. Wird die Follikelreifung verbessert, verbessert sich auch die Umwandlung des Follikels in einen funktionstüchtigen Gelbkörper nach dem Eisprung. Zusätzlich zur hormonellen Stimulation kann die Gelbkörperphase durch die Gabe von Progesteron unterstützt werden, zum Beispiel in Form von Progesteron-Zäpfchen, Tabletten oder Gel. Alternativ dazu ist auch die mehrmalige Gabe von hCG in Form von Spritzen zur Unterstützung der Lutealphase möglich. Kann die langjährige Einnahme der Pille zur Unfruchtbarkeit führen? Nach derzeitigem Erkenntnisstand kann auch die jahrzehntelange Einnahme einer Antibabypille nicht für eine nachfolgende Kinderwunschproblematik verantwortlich gemacht werden. Es passiert zwar gelegentlich, dass nach längerer Pillenanwendung nach dem Absetzen zunächst die Regelblutungen für einige Zeit ausbleiben – dann ist von der so genannten Post-Pillen-Amenorrhö die Rede. Dies wird dadurch erklärt, dass die körpereigenen hormonellen Prozesse nach Ende der Verhütung manchmal eine gewisse Zeitspanne benötigen, bevor sie in normaler Weise erneut ablaufen. Ebenso ist davon auszugehen, dass nach dem Absetzen der Pille häufig die ersten Zyklen anovulatorisch, das heißt ohne Eisprung erfolgen. Diese „Anfangsschwierigkeiten“ nach dem Ende der Pilleneinnahme regeln sich jedoch in den allermeisten Fällen in kurzer Zeit von selbst und dann entspricht die Fruchtbarkeit der betroffenen Frau der durchschnittlichen Fruchtbarkeit ihrer Altersgruppe. Sollten längerfristig Zyklusunregelmäßigkeiten bestehen bleiben – die dann auch schon vor Pilleneinnahme bestanden –, sollte bei Kinderwunsch durch den behandelnden Arzt eine entsprechende Diagnostik durchgeführt werden. Eine Pillenpause – wie sie früher empfohlen wurde – wird heute für nicht notwendig beziehungsweise sinnvoll gehalten. Was versteht man unter Klimakterium praecox? Unter Klimakterium praecox versteht man den vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre. Während normalerweise die Funktion der Eierstöcke, also das Heranreifen befruchtungsfähiger Eizellen, zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr nachlässt beziehungsweise erlischt, kommen Frauen mit einem Klimakterium praecox schon mit 30 bis 35 Jahren in die Wechseljahre. In den Eierstöcken werden keine Eizellen mehr zum Heranreifen gebracht, die Produktion von Östrogen und Gestagenen sinkt. Die Ursache für das vorzeitige Erlöschen der Eierstockfunktion ist in vielen Fällen nicht herauszufinden. Manchmal wurden die Eierstöcke durch Strahlen- oder Chemotherapie geschädigt, manchmal finden sich bestimmte Autoimmunerkrankungen, die für die frühzeitigen Wechseljahre verantwortlich gemacht werden. In einer solchen Situation sind auch mit den modernen Methoden der Reproduktionsmedizin in Einzelfällen noch Schwangerschaften zu erzielen. Lediglich unter der Anwendung einer Eizellspende – wie sie allerdings in Österreich verboten ist – kann solchen Frauen unter Umständen zu einer Schwangerschaft verholfen werden. Woraus besteht eigentlich Samenflüssigkeit? Die Samenflüssigkeit, auch Ejakulat genannt, besteht nur zu einem kleinen Teil aus Samenzellen. Der Hauptanteil des Ejakulats besteht aus Sekreten der Samenbläschen und der Prostata. Die Samenbläschen produzieren ein Sekret, welches Stoffe enthält, die die Spermien mit Energie versorgen. Auch das Sekret der Prostata wird für die Funktionsfähigkeit und Beweglichkeit der Samenfäden benötigt. Der charakteristische Geruch des Ejakulats, seine Zähflüssigkeit und die milchig-trübe Farbe werden durch die Absonderungen von Prostata und Samenbläschen geprägt. Die Samenzellen machen nur ungefähr fünf Prozent der Samenflüssigkeit aus. Sie werden in den Hoden gebildet und gelangen von dort in die Nebenhoden. Dort reifen die Samenzellen aus und werden gespeichert. Pro Samenerguss werden rund 350 bis 400 Millionen Spermien aus den Nebenhoden durch die Samenleiter in die Harnröhre abgegeben und gelangen von dort beim Samenerguss in die Vagina. Was entscheidet, ob das Kind ein Junge oder ein Mädchen wird? Im Moment der Befruchtung, das heißt beim Eindringen der Samenzelle in die Eizelle wird das Geschlecht des entstehenden Lebens festgelegt. Samenzellen und Eizellen enthalten außer vielen anderen genetischen Informationen auch die Geschlechtschromosomen X und Y. Eizellen enthalten immer das Geschlechtschromosom X, Samenzellen können ebenfalls das X-Chromosom oder aber das Y-Chromosom enthalten. Die Kombination XX bedeutet die Entwicklung eines weiblichen Embryos, die Kombination XY lässt ein männliches Individuum entstehen. Für Paare, die sich Nachwuchs wünschen, gibt es keine sichere Methode, die Entstehung des einen oder anderen Geschlechts zu beeinflussen. Manche Paare versuchen, durch den Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs auf das Geschlecht des Kindes Einfluss zu nehmen: Da die das Y-Chromosom tragenden Spermien schneller aber kurzlebiger zu sein scheinen, soll bei Verkehr unmittelbar zum Zeitpunkt des Eisprungs oder kurz danach eher ein Junge gezeugt werden, während eher ein Mädchen geboren wird, wenn der betreffende Geschlechtsverkehr zum Beispiel zwei Tage vor dem Eisprung stattgefunden hat. Diese Methode ist aber offensichtlich wenig zuverlässig. Im Rahmen der assistierten Befruchtung (IVF) ist es nach dem Embryonenschutzgesetz nicht zulässig, eine Geschlechtswahl vorzunehmen. Gibt es echte Allergien gegen Sperma? Echte Allergien gegen Sperma treten nur selten auf, wobei die auslösenden Faktoren dann nicht die Samenzellen selbst zu sein scheinen, sondern wohl eher Stoffe, die von der Prostata abgegeben werden, die allergische Reaktionen auslösen. Die Allergie macht sich meist kurz nach dem Geschlechtsverkehr bemerkbar, zum Beispiel durch Rötungen, Brennen, Schwellungen oder Juckreiz an der Stelle des Kontakts mit dem Sperma. In selteneren Fällen können auch schwerere Reaktionen wie Schluckstörungen, Luftnot bis hin zum anaphylaktischen Schock auftreten. Häufiger als echte Sperma-Allergien und von diesen abzugrenzen sind Allergien zum Beispiel gegen Kondome oder Substanzen, die zur Verhütung in die Scheide eingeführt werden. Sollte sich der Verdacht auf eine echte Sperma-Allergie bestätigen, müssen zunächst Kondome benutzt werden, um den direkten Kontakt mit dem Sperma zu vermeiden. Als Therapie kommt unter Umständen dann eine Desensibilisierung in Frage. Eine Allergie gegen Sperma muss nicht immer mit Kinderlosigkeit einhergehen. Wenn wegen der Allergie kein ungeschützter Verkehr mehr erfolgen darf, ist der Versuch einer Insemination mit gewaschenen Samenzellen möglich. Was sind die Aufgaben der Hormone Östrogen und Progesteron im weiblichen Zyklus? Östrogen und Progesteron werden als die typischen „Frauenhormone“ von den Eierstöcken unter dem Einfluss der von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildeten Hormone FSH und LH produziert. Dabei spielt das Östrogen vor allem in der ersten Zyklushälfte eine Rolle, wogegen das Gelbkörperhormon Progesteron erst in der zweiten Zyklushälfte produziert wird. Östrogen wird unter dem Einfluss des Follikel stimulierenden Hormons FSH von dem (den) heranwachsenden Eibläschen (Follikel) gebildet. Wird ein bestimmter Östrogenspiegel im Blut erreicht, signalisiert dies der Hirnanhangdrüse, dass eine reife Eizelle heranwächst und der Eisprung durch das Hypophysenhormon LH wird vorbereitet. In der zweiten Zyklushälfte ist der Östrogenspiegel in der Regel wieder etwas niedriger. An der Gebärmutter bewirkt Östrogen eine Zunahme der Dicke der Schleimhaut und eine Verflüssigung des Gebärmutterhalssekrets. Progesteron wird von dem so genannten Gelbkörper (Corpus luteum) gebildet, der unter dem Einfluss des luteinisierenden Hormons LH aus den Resten des gesprungenen Follikels entsteht. Es bewirkt vor allem eine Umwandlung der Gebärmutterschleimhaut, um optimale Verhältnisse für die Einnistung der befruchteten Eizelle zu gewährleisten. Bis zum vierten Schwangerschaftsmonat, in dem der Mutterkuchen (Plazenta) die Hormonproduktion übernimmt, ist das Progesteron des Eierstocks für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft notwendig. Tritt keine Schwangerschaft ein, kommt es 14 Tage nach der Ovulation zum Abfall der Hormone Östrogen und Progesteron im Blut und damit zum Eintreten der Monatsblutung, die auch als Hormonentzugsblutung bezeichnet wird. Welche Hormone produziert die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und welche Rolle spielen sie im weiblichen Zyklus? Ausgelöst durch Signale vom Mittelhirn (Hypothalamus) werden von der Hirnanhangdrüse zwei Sexualhormone produziert und freigesetzt: Es handelt sich dabei um das Follikel stimulierende Hormon (FSH) und um das luteinisierende Hormon (LH), die ihrerseits auf die Eierstöcke wirken. Das Follikel stimulierende Hormon FSH fördert das Wachstum und die Entwicklung der Eizellen. Im Verlauf dieser Entwicklung kristallisieren sich unter vielen heranreifenden Eizellen ein bis zwei befruchtungsfähige Eizellen heraus. Sie befinden sich in den Eibläschen (Follikeln). Unter dem Einfluss des Hormons LH, welches in der Zyklusmitte plötzlich in großer Menge ausgeschüttet wird, kommt es zum Eisprung, das heißt der Follikel platzt auf und die Eizelle gelangt in den Eileiter, wo im Normalfall die Befruchtung stattfindet. Schadet Rauchen der Fruchtbarkeit? Der Einfluss regelmäßigen Zigarettengenusses ist unzweifelhaft mit negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit verbunden – und zwar bei Mann und Frau. Frauen, die mehr als zehn Zigaretten pro Tag rauchen, haben häufiger Fehlgeburten als Frauen, die nicht rauchen. Möglicherweise verändert sich auch der Schleim des Gebärmutterhalses bei Raucherinnen so, dass die Samenfäden schlechter in die Gebärmutter eindringen können und damit seltener Schwangerschaften entstehen. Raucht der Mann, verändert sich eindeutig die Spermafunktion: Die Menge an Samenfäden nimmt ab, die Beweglichkeit vermindert sich. Es lohnt sich also, mit dem Rauchen aufzuhören, auch wenn es nicht einfach ist. In vielen Fällen normalisiert sich die Spermafunktion einige Monate, nachdem mit dem Rauchen aufgehört worden ist. Bestehen Zusammenhänge zwischen der Einnahme der Antibabypille und ungewollter Kinderlosigkeit? Prinzipiell spielt die – auch langfristige – Einnahme einer Antibabypille keine Rolle für die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft. Auch wenn die Pille jahrelang ohne Pause eingenommen wurde, gibt es keine Hinweise, dass nach dem Absetzen der Pille Schwangerschaften deutlich seltener auftreten als bei Frauen, die keine Pille eingenommen haben. Berücksichtigt werden muss natürlich, dass nach Absetzen der Antibabypille unter Umständen einige Monate vergehen können, bis der Körper seine normale Eierstockfunktion wieder aufgenommen hat, sprich Eisprünge auftreten. Darüber hinaus spielt natürlich auch immer das Alter der Frau zum Zeitpunkt des Kinderwunsches für die Wahrscheinlichkeit des Schwangerwerdens eine wichtige Rolle. Es muss berücksichtigt werden, dass eine Frau im Alter von 30 Jahren rein biologisch gesehen schon eine etwas kleinere Wahrscheinlichkeit hat, schwanger zu werden, als eine Frau im Alter von 20 Jahren. Eine so genannte Pillenpause bringt keine Vorteile und wird deswegen nicht mehr empfohlen. Wie und unter welchen Voraussetzungen erreichen die Samenzellen die zu befruchtende Eizelle im Eileiter? Beim Samenerguss werden im Normalfall 200 bis 400 Millionen Samenzellen im hinteren Teil der Scheide deponiert. Die Samenflüssigkeit gerinnt zunächst zu einer zähen Masse, die sich jedoch nach 20 bis 30 Minuten wieder verflüssigt. Doch auch schon in den ersten Minuten nach dem Samenerguss können erste Samenzellen in den Gebärmutterhals einwandern – vorausgesetzt, der Schleim des Gebärmutterhalses hat die richtige Beschaffenheit, um das Durchwandern der Samenzellen zu begünstigen. Dies ist nur zur Zyklusmitte der Fall. Einige Samenzellen gelangen durch die Gebärmutter direkt in den Eileiter, andere bleiben in den Ausbuchtungen der Gebärmutterhalsschleimhaut, die man Krypten nennt. Aus diesen Krypten werden bis zu drei Tage lang noch Samenzellen freigesetzt, die auch dann noch in der Lage sein können, die Eizelle zu befruchten. Auf dem Weg zum Ort der Befruchtung, dem Eileiter, nimmt die Zahl der Samenzellen stark ab – von 200 bis 400 Millionen, die beim Samenerguss in die Scheide entleert werden, erreichen nur 500 bis 700 Samenzellen die Eileiter. Daraus wird ersichtlich, wie entscheidend sich eine eingeschränkte Spermienzahl oder -qualität auf die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft auswirken kann. Letztendlich reicht dann aber eine einzige Samenzelle aus, um die Eizelle zu befruchten. Was ist eine Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffzienz) und wie kann sie behandelt werden? Die Produktion des Hormons Progesteron durch den Gelbkörper oder auch das so genannte Corpus luteum ist für die zweite Hälfte des Menstruationszyklus entscheidend, weil das Progesteron für die optimale Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung des Embryos verantwortlich ist. Wird nicht ausreichend Progesteron produziert, kann es zu vorzeitigen, prämenstruellen Schmierblutungen kommen – Zeichen für eine ungenügende hormonelle Versorgung der Schleimhaut. Hinweisend für eine Lutealinsuffizienz ist unter anderem auch ein niedriger Serum-Progesteron-Spiegel, zum Beispiel wiederholt in der zweiten Zyklushälfte unter 10 ng/ml. Zur Behandlung der Gelbkörperschwäche gibt es verschiedene Konzepte. Da der Gelbkörper nach dem Eisprung aus der restlichen Follikelhöhle gebildet wird, kann versucht werden, durch die Unterstützung der Eireifung (zum Beispiel durch Clomifen® oder andere Substanzen zur medikamentösen Stimulation) einer Lutealinsuffizienz zuvorzukommen. Andererseits ist es auch möglich, Progesteron direkt in der zweiten Zyklushälfte zu ersetzen, entweder durch die Gabe von Progesteron-Gel oder -Tabletten. Auch das Spritzen des Hormons hCG nach dem Eisprung kann die Funktion des Gelbkörpers unterstützen. Was ist der so genannte Postkoital-Test? Mit dem Postkoital-Test (oder auch Sims-Huhner-Test) wird überprüft, ob die Spermien des Mannes zum Zeitpunkt des Eisprungs in der Lage sind, den Schleim des Gebärmutterhalses zu passieren und in die Gebärmutterhöhle einzudringen. Diese Untersuchung ist nur zum Zeitpunkt der Ovulation durchführbar, da sich der Schleim des Gebärmutterhalses nur dann so verändert, dass prinzipiell für die Passage der Samenzellen optimale Bedingungen bestehen. Vom Ablauf her entspricht der Postkoital-Test einer gynäkologischen Routineuntersuchung. Sechs bis zehn Stunden nach dem Geschlechtsverkehr entnimmt der Frauenarzt etwas Schleim zur mikroskopischen Untersuchung und beurteilt dann neben Menge und Beschaffenheit des Schleims auch die Anzahl beweglicher Samenzellen pro Gesichtsfeld bei 400-facher Vergrößerung. Finden sich zu wenig oder keine beweglichen Spermien unter dem Mikroskop, kann eine Sterilitätsursache in diesem Bereich angenommen werden. Als Ursache für eine so genannte zervikale Sterilität kommen prinzipiell immunologische Gründe (Antikörperbildung), Zustand nach Operationen am Gebärmutterhals (zum Beispiel Konisation) oder hormonelle Faktoren in Frage. In vielen Fällen ist eine Insemination, das heißt das Einspritzen von Samen direkt in die Höhle der Gebärmutter die Therapie der Wahl. Was bedeutet die Diagnose Hyperandrogenämie und wie kann sie behandelt werden? Unter einer Hyperandrogenämie versteht man, dass die männlichen Hormone im Blut einer Frau erhöht sind. In solchen Fällen werden von der Nebennierenrinde und/oder den Eierstöcken meist die Hormone Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) und Testosteron vermehrt produziert. Bemerkbar macht sich eine Hyperandrogenämie zum Beispiel durch vermehrte Körperbehaarung (insbesondere am Bauch, im Gesicht, an der Brust), durch Hautprobleme (Akne), in ausgeprägten Fällen auch durch Tieferwerden der Stimme. Die Eizellreifung kann je nach Ausprägung der Hyperandrogenämie entscheidend gestört werden, so dass in vielen Fällen der Eisprung ausbleibt und die Menstruationsblutungen nur sehr unregelmäßig auftreten. Im Ultraschall erkennt man häufig eine typische Veränderung der Eierstöcke, die durch kleine, am Rand des Eierstocks perlschnurartig aufgereihte, bläschenartige Strukturen (Zysten) gekennzeichnet sind. Man spricht dann auch vom so genannten Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCO-Syndrom). Wie kann nun eine solche Hyperandrogenämie behandelt werden? Sollte die betroffene Frau übergewichtig sein, ist eine Gewichtsabnahme zu empfehlen, da bestimmte hormonelle Umbauvorgänge im Fettgewebe die Hyperandrogenämie begünstigen. Darüber hinaus kann durch die Gabe von niedrig dosiertem Kortison die Überproduktion der männlichen Hormone der Nebennierenrinde gedrosselt werden. Nebenwirkungen dieser Therapie sind auf Grund der niedrigen Dosierung nicht zu erwarten. Sollte dies allein jedoch nicht ausreichend sein, um wieder ovulatorische Zyklen herzustellen, kann es zusätzlich notwendig werden, anderweitig medikamentös die Eireifung zu stimulieren. Wird bei einer Frau Hyperandrogenämie oder ein PCO-Syndrom diagnostiziert, bei der der Kinderwunsch noch nicht unmittelbar realisiert werden soll, empfiehlt sich die Gabe eines hormonellen Kontrazeptivums (Pille), um für eine spätere Kinderwunschbehandlung möglichst günstige Voraussetzungen zu schaffen. Kinderwunsch und Überproduktion von Prolaktin – wie hängt das zusammen? Eine Überproduktion von Prolaktin nennt man auch Hyperprolaktinämie. Das Hormon Prolaktin, das im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet wird, dient normalerweise dazu, nach der Geburt des Kindes die Brustdrüse zur Milchbildung anzuregen. In dieser Zeit kommt es ganz natürlich dazu, dass stillende Frauen keine Periodenblutungen bekommen und auch nur selten schwanger werden. Der hohe Prolaktinspiegel im Blut führt nämlich dazu, dass die normale Eierstockfunktion gehemmt wird und meist keine Eisprünge stattfinden. Kommt es bei einer nicht schwangeren beziehungsweise stillenden Frau zu einer Hyperprolaktinämie, so resultieren daraus häufig Zyklusstörungen – in leichter Form zum Beispiel als Gelbkörperschwäche, in ausgeprägter Form zum Beispiel als völliges Ausbleiben von Menstruationsblutungen. Zusätzlich bemerken manche Frauen das Austreten von milchiger Flüssigkeit aus den Brustwarzen. Die Diagnose „Hyperprolaktinämie“ wird durch eine Prolaktinbestimmung im Blut gesichert. Zum Zeitpunkt dieser Untersuchung sollten keine Medikamente eingenommen werden, die den Prolaktinspiegel erhöhen könnten, zum Beispiel Psychopharmaka. Ist der Prolaktinwert bei Kontrollen extrem oberhalb der Norm, muss in manchen Fällen eine – in der Regel gutartige – Prolaktin produzierende Geschwulst der Hypophyse durch eine Röntgenaufnahme ausgeschlossen werden. Ansonsten kann die überschüssige Prolaktinproduktion durch die Gabe von Medikamenten gedrosselt werden, so dass sich idealerweise wieder regelmäßige Zyklen mit Eisprüngen einstellen. Die Prolaktinsenker sollten solange regelmäßig eingenommen werden, bis eine Schwangerschaft eingetreten ist. Inwiefern hat das Körpergewicht der Frau Einfluss auf die Fruchtbarkeit beziehungsweise auf den Erfolg einer Sterilitätstherapie? Sowohl stärkeres Untergewicht als auch deutliches Übergewicht können das Fortpflanzungsgeschehen beeinträchtigen. Beim Untergewicht kann es je nach Ausmaß des zu niedrigen Körpergewichts durch verschiedene Mechanismen zu erheblichen hormonellen Störungen kommen, so dass häufig lange Phasen ohne Periodenblutungen und ohne Eisprünge auftreten. Beim Übergewicht werden zu viele männliche Hormone gebildet, die dann im Fettgewebe in Östrogene umgewandelt werden. Dieser erhöhte Östrogenspiegel stört seinerseits den normalen Ablauf des Zyklus, so dass hieraus gehäufte Phasen ohne Eisprünge resultieren. Normalisierung des Gewichts kann in beiden Fällen dazu führen, dass die beschriebenen Hormonstörungen ohne weitere Therapie verschwinden und sich die natürliche Fruchtbarkeit wieder einstellt. Sollte nach der Normalisierung des Körpergewichts dennoch eine weitere Behandlung notwendig sein, ist der Erfolg der Therapie in jedem Fall durch die vorherige Gewichtszu- beziehungsweise -abnahme begünstigt. |
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