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Indikation / Diagnostik



Was versteht man unter dem Begriff "Spermienantikörper" ?

Welche Rolle spielen Ultraschalluntersuchungen in Diagnostik und Therapie der ungewollten Kinderlosigkeit ?

Aus welchen medizinischen Gründen kann ein Arzt eine so genannte künstliche Befruchtung (IVF) als Therapie vorschlagen?

Wie sicher ist die Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit mittels der Hysterosalpingokontrastsonographie (HyCoSy)?

Wieso ist es sinnvoll, vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung den Rötelntiter zu überpüfen?

Welche Möglichkeiten gibt es herauszufinden, wann und ob ein Eisprung stattfindet?

Nimmt die Fruchtbarkeit der Frau schon nach dem 25. Lebensjahr ab?

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn sich von selbst keine Schwangerschaft einstellt?

Wann spricht man eigentlich von Sterilität und an wen kann man sich wenden, wenn eine unklare Sterilität vorliegt?

Was ist eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und wann sollte sie durchgeführt werden?

Welche allgemeinen Maßnahmen beziehungsweise Untersuchungen können sinnvoll sein, wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird?

Was bedeutet die Diagnose "vorzeitige Wechseljahre"?

Ungewollte Kinderlosigkeit – ein zunehmendes Problem?

Woran kann eine Frau selbst die fruchtbaren Tage im Zyklus erkennen?

Diagnose Eileiterverschluss – was tun?

Was ist eine Endometriose und inwiefern hat diese Erkrankung mit dem unerfüllten Kinderwunsch zu tun?




Was versteht man unter dem Begriff "Spermienantikörper" ?
Spermienantikörpern wurde früher eine große Bedeutung beigemessen. Man kann sie prinzipiell in allen Körperflüssigkeiten wie Blut/Muttermundschleim etc. nachweisen (falls vorhanden). Bis vor etwa 15 Jahren hat man daher routinemäßig Spermienantikörper im Blut und Muttermundschleim von Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit gemessen. Bei positivem Befund hat man dann eine Kortisonbehandlung eingeleitet. Man weiß allerdings inzwischen, dass eine solche Behandlung nicht von Nutzen ist. Daher ist die Bestimmung von Spermienantikörpern im Blut heute nicht mehr Standard. In einigen wenigen Fällen kann man bei hoher Spermienantikörperkonzentration im Muttermundschleim feststellen, dass die Spermien nach dem Verkehr den Muttermund nicht gut passieren können. Sie werden durch die Antikörper „gelähmt“. In solchen Fällen kann zum Beispiel eine Inseminationstherapie weiterhelfen. Man muss aber auch hierzu sagen, dass der Nachweis dieser Antikörper im Muttermundschleim recht ungenau ist und dass man davon ausgehen kann, dass diese Antikörper nur in wenigen Fällen wirklich den Hauptgrund für die Unfruchtbarkeit darstellen, sondern vielmehr andere zusätzliche Gründe vorliegen. Heute erfolgt normalerweise keine Bestimmung der Spermienantikörper mehr, da aus dem Ergebnis der Untersuchung so gut wie nie therapeutische Konsequenzen gezogen werden können.

Welche Rolle spielen Ultraschalluntersuchungen in Diagnostik und Therapie der ungewollten Kinderlosigkeit ?
Ultraschalluntersuchungen – insbesondere die so genannte transvaginale Sonographie – sind heutzutage für Diagnostik und Therapie der Sterilität unverzichtbar geworden. Bei der transvaginalen Ultraschalluntersuchung wird die Ultraschallsonde in die Scheide der Patientin eingeführt. Diese Untersuchung ist schmerz- und gefahrlos und kann bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden. Durch die Nähe der Ultraschallsonde zu den zu untersuchenden Organen Gebärmutter und Eierstöcke, sind detaillierte Befunde zu erheben. Durch Einsatz im so genannten Zyklusmonitoring können wiederholte Ultraschalluntersuchungen Aufschluss über Eireifung und Zeitpunkt des Eisprungs bringen. Darüber hinaus kann der adäquate Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verfolgt werden. Auch angeborene und erworbene Fehlbildungen der Gebärmutter können mittels Ultraschall diagnostiziert werden; der zusätzliche Einsatz von Kontrastmitteln liefert Informationen über Beschaffenheit der Gebärmutterhöhle sowie Durchgängigkeit der Eileiter. Auch in der Therapie der Sterilität hat die transvaginale Sonographie ihren festen Stellenwert. Der Verlauf von hormonellen Stimulationsbehandlungen, gegebenenfalls Dosisanpassung der notwendigen Medikamente und Zeitpunkt der Follikelpunktion bei der IVF-Therapie werden von den Ergebnissen der Sonographie abhängig gemacht. Im Falle einer erfolgreichen Behandlung lässt sich beim Vorliegen einer intakten Schwangerschaft zirka eine Woche nach Ausbleiben der Periode eine Fruchthöhle in der Gebärmutter darstellen.

Aus welchen medizinischen Gründen kann ein Arzt eine so genannte künstliche Befruchtung (IVF) als Therapie vorschlagen?
Eine Behandlung mittels assisitierter Befruchtung, das heißt Befruchtung im Reagenzglas/IVF, kann in folgenden Situationen notwendig werden: Wenn bei der Patientin ein ein- oder beidseitiger Eileiterverschluss vorliegt beziehungsweise die Transportfunktion der Eileiter stark beeinträchtigt ist (so genannte tubare Sterilität). Wenn beim Ehemann die Spermafunktion eingeschränkt ist (so genannte andrologische Sterilität), wobei eine höhergradige Einschränkung der Spermafunktion eine zusätzliche Therapie mit Einspritzen von einzelnen Samenzellen in die Eizelle erforderlich machen kann (ICSI-Therapie). Wenn bei der Patientin eine Endometriose vorliegt und andere Therapieformen ohne Erfolg bleiben. Wenn bei Ehepaaren ohne eindeutig ersichtlichen Grund für die Kinderlosigkeit andere Therapien nicht zum Erfolg geführt haben (so genannte idiopathische Sterilität).

Wie sicher ist die Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit mittels der Hysterosalpingokontrastsonographie (HyCoSy)?
Prinzipiell lässt sich die Durchgängigkeit der Eileiter sowohl im Rahmen einer Bauchspiegelung als auch durch die Hysterosalpingokontrastsonographie (HyCoSy) überprüfen. Im Vergleich zur Bauchspiegelung, die einen kleinen operativen Eingriff darstellt und eine Vollnarkose erfordert, ist die HyCoSy ohne Betäubung durchführbar. Durch Spritzen von ultraschallsichtbarem Kontrastmittel in die Höhle der Gebärmutter kann anschließend die Verteilung des Kontrastmittels durch die Eileiter mittels Ultraschall durch die Scheide beobachtet werden. Es wurde in verschiedenen Studien untersucht, ob die Durchgängigkeit der Eileiter mittels der HyCoSy ausreichend sicher beurteilt werden kann. Dabei zeigte sich, dass sowohl die Diagnose „Eileiter durchgängig“ als auch „Eileiterverschluss am gebärmutterfernen Ende“ mit zufrieden stellender Sicherheit durch die HyCoSy bestätigt werden konnte. Lediglich bei durch HyCoSy gestelltem Verdacht auf „Eileiterverschluss dicht an der Gebärmutter“ sollte dieser Befund möglichst durch eine Bauchspiegelung überprüft werden, da es offensichtlich zum Beispiel durch Eileiterspasmen in diesen Fällen häufiger zu Fehldiagnosen kommen kann.

Wieso ist es sinnvoll, vor Beginn einer Kinderwunschbehandlung den Rötelntiter zu überpüfen?
Bei der Infektionskrankheit Röteln handelt es sich um eine an sich harmlose Viruserkrankung, die vor allem bei Kindern auftritt und durch eine charakteristische Hautveränderung gekennzeichnet ist. Wenn allerdings eine Schwangere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft an Röteln erkrankt, ist das Ungeborene in hohem Maße durch die Infektion gefährdet. Im ungünstigsten Fall kann das so genannte Gregg-Syndrom auftreten, wobei Herz-, Augen- und Innenohr-Fehlbildungen beim Kind entstehen können. Daher ist es besonders wichtig, sich möglichst vor dem Eintreten einer Schwangerschaft davon zu überzeugen, dass ein Schutz gegen die Rötelninfektion besteht. Wenn jemand eine Rötelninfektion durchgemacht hat oder gegen Röteln geimpft wurde, kann man im Blut Antikörper gegen Röteln nachweisen. Sind bei einer Frau mit Kinderwunsch keine Antikörper gegen Röteln nachweisbar, ist eine Impfung dringend empfehlenswert. Allerdings darf zum Zeitpunkt der Impfung und bis zu drei Monate danach keine Schwangerschaft eintreten.

Welche Möglichkeiten gibt es herauszufinden, wann und ob ein Eisprung stattfindet?
Manche Frauen spüren ihren Eisprung durch den so genannten Mittelschmerz oder andere Körperzeichen. Der Mittelschmerz ist ein nur kurz anhaltender Unterleibsschmerz, der zum Zeitpunkt des Eisprungs auftreten kann, manchmal kann in diesem Zusammenhang auch eine leichte Blutung auftreten. Zu den sonstigen Körperzeichen gehört vor allem die Veränderung des Gebärmutterhalsschleims, der kurz vor dem Eisprung klar und durchsichtig wird und sich zu Fäden spinnen lässt. Auch die Beschaffenheit des Muttermundes ändert sich: Die Frau kann, indem sie sich selbst durch die Scheide untersucht, den Gebärmutterhals ertasten und die Veränderung der Konsistenz spüren. Etwas präziser kann eine Basaltemperaturkurve darüber Auskunft geben, ob und wann ein Eisprung stattgefunden hat – vorausgesetzt, die Temperaturkurve wurde korrekt geführt. Dazu muss jeden Morgen zur gleichen Zeit vor dem Aufstehen die Temperatur im Enddarm oder im Mund mit demselben Thermometer gemessen werden. Hat ein Eisprung stattgefunden, steigt die Temperatur um zirka 0,4 Grad Celsius an. Auch Urin- oder Blutuntersuchungen können den Eisprung nachweisen. Das den Eisprung auslösende Hormon LH kann unmittelbar zum Zeitpunkt des Eisprungs im Urin mittels eines Teststäbchens nachgewiesen werden, der Nachweis im Blut erfolgt im Labor. Darüber hinaus können das Wachstum des Eibläschens (Follikel) sowie der Eisprung vom Arzt im Ultraschall verfolgt werden. Während das Eibläschen kurz vor dem Eisprung bis zu zwei Zentimeter groß ist, kann es nach dem Eisprung im Ultraschall nicht mehr nachgewiesen werden.

Nimmt die Fruchtbarkeit der Frau schon nach dem 25. Lebensjahr ab?
Es ist richtig, dass die Fruchtbarkeit der Frau zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr am größten ist. Die Chance einer gesunden Frau, in diesem Alter schwanger zu werden, wird mit 30 Prozent angegeben. Ein deutliches Nachlassen der Fruchtbarkeit findet dann vor allem ab dem 35. Lebensjahr statt, so dass Frauen mit Kinderwunsch in diesem Alter besonders viel Geduld aufbringen müssen. Eine ältere Frau mit Kinderwunsch sollte deshalb nicht zu viel Zeit verlieren, bevor sie ärztliche Hilfe in Anspruch nimmt. Die Abnahme der Fruchtbarkeit bei Frauen ist ein natürlicher Vorgang, da die Funktionsfähigkeit der Eierstöcke nachlässt und die Qualität der Eizellen abnimmt. Bei Männern spielt das Alter in Bezug auf die Fruchtbarkeit eine weniger große Rolle, auch wenn die Samenqualität allgemein abnimmt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn sich von selbst keine Schwangerschaft einstellt?
Von unerfülltem Kinderwunsch spricht man definitionsgemäß dann, wenn nach einem bis spätestens zwei Jahren regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist. Ein junges, gesundes Paar, bei dem zunächst keine offensichtlichen Hindernisse für das Eintreten einer Schwangerschaft vorliegen, kann also durchaus erst einmal ein bis zwei Jahre auf die Schwangerschaft warten müssen, ohne dass deswegen von einer Sterilität ausgegangen werden muss. Man sollte immer berücksichtigen, dass auch unter optimalen Bedingungen die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit pro Zyklus mit maximal 30 Prozent angegeben wird. In anderen Situationen ist es jedoch unter Umständen unsinnig, länger zu warten, bevor ein Arzt beziehungsweise ein Kinderwunschspezialist konsultiert wird. Stark unregelmäßige Zyklen beziehungsweise das völlige Ausbleiben von Regelblutungen, ohne dass eine Schwangerschaft vorliegt, können schwere hormonelle Probleme widerspiegeln, die das spontane Eintreten einer Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich machen. Größere Unterleibsoperationen der Frau in der Vergangenheit machen Verwachsungen wahrscheinlich, die sich als Schwangerschaftshindernis bemerkbar machen können. Ungewöhnlich starke Periodenschmerzen können der Hinweis auf eine so genannte Endometriose sein, so dass sich in solchen Fällen manchmal auch schon vor Ablauf der zwei Jahre eine Abklärung durch eine Bauchspiegelung empfiehlt. Auch das Alter der Frau kann ein Anlass sein, den beratenden Arzt frühzeitig aufzusuchen. Beispielsweise sollte eine Frau im Alter von 38 Jahren, die erstmalig versucht, schwanger zu werden, nicht zu lange mit einer Abklärung möglicher Sterilitätsursachen warten, da sich mit zunehmendem Alter und insbesondere jenseits von 35 Jahren die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft aus biologischen Gründen verringert.

Wann spricht man eigentlich von Sterilität und an wen kann man sich wenden, wenn eine unklare Sterilität vorliegt?
Von Sterilität spricht man dann, wenn bei einem Paar mit Kinderwunsch bei regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu den fruchtbaren Tagen innerhalb eines Jahres keine Schwangerschaft eintritt. Hiervon zu unterscheiden ist die Infertilität, die dann besteht, wenn zwar Schwangerschaften eintreten, es aber nicht zur Geburt eines Kindes kommt. Wenn sich bei einem Paar unter den oben beschriebenen Bedingungen keine Schwangerschaft einstellt, sollten möglichst gleich beide Partner ärztlich untersucht werden, da man vereinfachend sagen kann, dass Männer und Frauen in gleicher Häufigkeit ursächlich für den unerfüllten Kinderwunsch verantwortlich sind. Die Frau sollte zunächst ihren Frauenarzt aufsuchen, der mit einem ausführlichen Gespräch und einfachen Untersuchungen zahlreiche Sterilitätsursachen abklären kann. Parallel dazu sollte der Mann einen Urologen oder Andrologen aufsuchen, um in erster Linie ein Spermiogramm erstellen zu lassen. Je nach Befunden kann es dann in manchen Fällen notwendig werden, das Paar an ein so genanntes Kinderwunschzentrum zu überweisen, zum Beispiel wenn eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden soll. In vielen Fällen genügt aber schon eine Beratung oder leichte medikamentöse Unterstützung, um dem Paar bei der Realisation des Kinderwunsches zu helfen.

Was ist eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und wann sollte sie durchgeführt werden?
Unter einer Gebärmutterspiegelung versteht man die direkte optische Betrachtung des Gebärmutterhalskanals und der Gebärmutterhöhle. Dazu wird ein dünnes optisches Instrument verwendet, die unter Sicht durch den Gebärmutterhals in die Höhle der Gebärmutter eingeführt wird. Durch gleichzeitiges Einbringen von entweder Kohlendioxid oder bestimmter Spülflüssigkeit werden die Wände der Gebärmutterhöhle dann entfaltet und der ausführende Arzt kann sich über die Anatomie des Innenraums und die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut ein Bild machen. Auch die Form und Position der Eileiteröffnungen können beurteilt werden. Sollten sich auffällige Befunde ergeben, können gleichzeitig zum Beispiel Gewebeproben entnommen oder bestimmte Veränderungen (zum Beispiel Polypen) entfernt werden. Manchmal sind dazu allerdings auch so genannte Zweiteingriffe notwendig, insbesondere wenn die diagnostische Hysteroskopie nicht in Narkose durchgeführt wurde. Die Hysteroskopie gehört prinzipiell zunächst nicht zur Routinediagnostik der ungewollten Kinderlosigkeit. Gibt es aber zum Beispiel Hinweise auf anatomische Veränderungen der Gebärmutter wie Myome, Verwachsungen oder angeborene Fehlbildungen, kann die Gebärmutterspiegelung notwendig werden. Häufig wird die Methode auch zur Abklärung von häufig aufeinander folgenden Fehlgeburten eingesetzt.

Welche allgemeinen Maßnahmen beziehungsweise Untersuchungen können sinnvoll sein, wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird?
Wenn ein Paar eine Schwangerschaft anstrebt, sollten schon vor einer Befruchtung zum einen möglichst alle schädigenden Einflüsse vermieden werden. Dazu zählen zum Beispiel der Genuss von Nikotin, Alkohol und anderen Drogen. Die Einnahme von Medikamenten, die sich unter Umständen negativ auf eine eintretende Schwangerschaft auswirken könnte, sollte unterlassen werden. Auch Stress kann die natürliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Zum anderen können sich eine gesunde Ernährung und gesunde Lebensführung positiv auf das Eintreten einer Schwangerschaft auswirken. Die Einnahme von 0,4 mg Folsäure pro Tag soll dazu führen, dass seltener Kinder mit Neuralrohrdefekten (offener Rücken) geboren werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, bei der Frau den Rötelntiter zu bestimmen, da Rötelninfektionen in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen des Kindes führen können. Falls kein Schutz vor Röteln besteht, sollte vor dem gezielten Anstreben einer Schwangerschaft eine Impfung erfolgen. Vor Maßnahmen einer künstlichen Befruchtung werden in der Regel bei beiden Partnern Infektionskrankheiten wie Hepatitis und Aids durch geeignete Blutuntersuchungen ausgeschlossen.

Was bedeutet die Diagnose "vorzeitige Wechseljahre"?
Von „vorzeitigen Wechseljahren“ (auch Climacterium praecox) spricht man, wenn bei einer Frau schon vor dem 35. Lebensjahr die Periodenblutungen ausbleiben, also die Wechseljahre auftreten. Dies resultiert aus einer aus unterschiedlichen Gründen auftretenden vorzeitigen Eierstockschwäche, das heißt es reifen keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr heran. Führt man eine Hormonuntersuchung im Blut durch, finden sich typischerweise ein niedriger Östrogenspiegel und reaktiv erhöhte Spiegel der von der Hirnanhangsdrüse ausgeschütteten Gonadotropine LH und FSH. Verschiedene Ursachen können für dieses frühzeitige Sistieren der Eierstocksfunktion verantwortlich sein: Beispielsweise können zu Grunde liegende Autoimmunerkrankungen für das vorzeitige Ovarialversagen ursächlich sein. Weiterhin kommen zurückliegende Bestrahlungen und Chemotherapien als Ursachen in Frage. Darüber hinaus gibt es auch das so genannte „Syndrom der gonadotropinresistenten Ovarien“, bei dem die Hormone der Hirnanhangsdrüse nicht ansprechen. Häufig finden sich allerdings für das Climacterium praecox keine eindeutigen Ursachen, solche Fälle werden dann als idiopathisch bezeichnet. Eine gewisse familiäre Veranlagung scheint möglich zu sein. Befindet sich eine Frau frühzeitig in den Wechseljahren, sind die Aussichten, noch einmal schwanger zu werden, gering. In seltenen Fällen treten Schwangerschaften unter einer Hormonersatzbehandlung ein, wie sie typischerweise durchgeführt wird, um Folgen des Östrogenmangels (insbesondere Osteoporose) zu vermeiden. Gelegentlich kann auch eine Stimulationstherapie nochmal zum Heranreifen einer Eizelle führen. Aussichtsreicher ist das Eintreten einer Schwangerschaft nach einer Eizellspende, wobei diese Art der Behandlung allerdings in Österreich verboten ist.

Ungewollte Kinderlosigkeit – ein zunehmendes Problem?
Die Zahl ungewollt kinderloser Ehepaare hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stetig zugenommen: Soweit man Zahlen angeben kann, sind heute weltweit zirka 60 bis 80 Millionen Paare von der Problematik betroffen. In den westlichen Industrienationen bleibt zuzzeit schätzungsweise jede siebte Ehe ungewollt kinderlos. Eine Vielzahl von Faktoren kann sich negativ auf die Fertilität auswirken: Neben medizinischen Faktoren haben auch gesellschaftspolitische und soziale Aspekte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Thematik. Da der Kinderwunsch bei Frauen zum Beispiel durch die Verwirklichung beruflicher Ziele nicht selten in ein höheres Lebensalter verschoben wird (das Alter Erstgebärender nimmt durchschnittlich zu), kann ein Teil der Zunahme der Fertilitätsproblematik mit der altersabhängig nachlassenden natürlichen Fertilität erklärt werden. Die stetige Abnahme der Spermafunktion, die vielfach angeführt wird, wird weiterhin kontrovers diskutiert. Möglich scheint, dass verschiedene Umweltfaktoren und Lebensgewohnheiten die durchschnittliche Spermafunktion ungünstig beeinflusst haben. Dies bleibt allerdings umstritten. Sicher ist dagegen, dass die verbesserte Informationslage der Betroffenen und die enorme Weiterentwicklung der therapeutischen Möglichkeiten dazu geführt haben, dass heute auch Paare den Arzt aufsuchen, die früher wegen vermeintlicher Hoffnungslosigkeit der Situation gar keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen konnten. Auch dies führt zu der Situation, dass die Beratung und Behandlung ungewollt kinderloser Paare heute einen großen Stellenwert in der Arbeit des Frauenarztes ausmacht.

Woran kann eine Frau selbst die fruchtbaren Tage im Zyklus erkennen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den fruchtbaren Tagen auf die Spur zu kommen: Am einfachsten ist es, den Zeitpunkt des Eisprungs (Ovulation) zu errechnen. Im Gegensatz zu der ersten Zyklushälfte, deren Länge erheblich variieren kann, ist die zweite Zyklushälfte mit einer Dauer von 14 Tagen relativ konstant, so dass man bei regelmäßigen Periodenblutungen den vermutlichen Tag des Eisprungs errechnet, indem man von der gesamten Zykluslänge 14 Tage abzieht. Auch das Führen einer Temperaturkurve gibt im nachhinein Aufschluss darüber, wann der Eisprung im jeweiligen Zyklus stattgefunden hat. Die morgendliche Temperatur steigt nämlich nach der Ovulation um 0,4 bis 0,5 Grad Celsius an, so dass die zwei bis drei fruchtbarsten Tage diejenigen vor dem Temperaturanstieg sind. Da der Gebärmutterhalsschleim (Cervixschleim) sich unter dem Einfluss der Sexualhormone verändert, kann dessen Beschaffenheit ebenfalls Rückschlüsse auf das Zyklusgeschehen gestatten. Zum Zeitpunkt des Eisprungs nimmt die Menge an Sekret zu; es wird glasig, dünnflüssig und spinnbar. Nach der Ovulation wird der Cervixschleim wieder deutlich weniger und ist dickflüssig und weißlich. Manche Frauen bemerken den Eisprung auch daran, dass in der Mitte des Zyklus Schmerzen im Unterleib auftreten. Diese nennt man auch „Mittelschmerz“, der allerdings nicht sehr spezifisch ist. Über die Beobachtung der Veränderungen des Körpers im Verlauf des Zyklus hinaus kann der Eisprung auch durch den Nachweis des luteinisierenden Hormons (LH) im Urin der Frau selbst festgestellt werden. Dazu benötigt man Teststreifen, die in Apotheken erhältlich sind und – ähnlich wie beim Schwangerschaftstest – durch eine Verfärbung den LH-Anstieg anzeigen. Da das Hormon erst kurz vor dem Eisprung vom Körper ausgeschüttet wird, kann man davon ausgehen, dass der Eisprung zirka 24 bis 30 Stunden später erfolgt. Zeigt keine der angegebenen Möglichkeiten einen Eisprung an oder kommt es trotz positiven Ovulationstest nicht zu einer Schwangerschaft, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Diagnose Eileiterverschluss – was tun?
Prinzipiell gibt es zwei mögliche Behandlungsansätze für den Fall, dass die Eileiterdurchlässigkeit beeinträchtigt ist. Zum einen kann versucht werden, die Eileiterdurchgängigkeit durch eine (mikrochirurgische) Operation wieder herzustellen. Zum anderen kann durch Anwendung der künstlichen Befruchtung auch bei verschlossenen Eileitern eine Schwangerschaft erzielt werden. Eine Entscheidung, welche der beiden Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen soll, muss sorgfältig vom behandelnden Arzt gemeinsam mit dem betroffenen Paar abgewogen werden. Dabei spielen Faktoren wie das Alter der Patientin, das Ausmaß der Eileiterschädigung und eventuelle andere Faktoren, die die ungewollte Kinderlosigkeit mit bedingen, eine Rolle. Dazu zwei exemplarische Beispiele: Handelt es sich zum Beispiel um eine 25-jährige Patientin, bei der die Eileiter lediglich von Verwachsungen befreit werden müssen und bei der keine weiteren Sterilitätsursachen zum Tragen kommen, würde hier mit großer Wahrscheinlichkeit zunächst der Versuch einer operativen Sanierung der Eileiter gemacht werden. Da 80 Prozent der Schwangerschaften nach derartigen Eingriffen innerhalb der ersten neun Monate eintreten, würde man nach dem operativen Eingriff also den spontanen Verlauf abwarten. Die Patientin müsste allerdings eine etwas erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Eileiterschwangerschaft in Kauf nehmen. Handelt es sich demgegenüber um eine 40-jährige Patientin mit komplexer Schädigung der Eileiter, bei der zusätzlich auch der Partner eine Einschränkung der Fertilität aufweist, würde man dem Paar eher eine Befruchtung außerhalb des Körpers empfehlen. In jedem Fall sollte letztendlich dem betroffenen Paar die Behandlungsmethode angeboten werden, die die größten Aussichten auf Erfolg mit sich bringt.

Was ist eine Endometriose und inwiefern hat diese Erkrankung mit dem unerfüllten Kinderwunsch zu tun?
Von Endometriose spricht man dann, wenn sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle an anderen Stellen des Körpers – vor allem des Unterleibs – ansiedelt. Solche so genannten Endometrioseherde kommen häufiger zum Beispiel am Eierstock oder Eileiter, am Bauchfell, an Harnblase oder Darm vor. Typisch für eine Endometriose ist, dass die betroffene Patientin starke Schmerzen kurz oder während der ersten Tage der Menstruation empfindet, die dadurch entstehen, dass Endometrioseherde genauso wie die Gebärmutterschleimhaut hormonell stimuliert werden, das abgestoßene Gewebe aber nicht durch die Scheide ausgeschieden werden kann. Aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel auch durch das Auftreten von Verwachsungen, kann Endometriose dazu führen, dass sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Sollte der Verdacht auf Endometriose bestehen, muss zur sicheren Abklärung eine Bauchspiegelung durchgeführt werden. Wenn sich hierbei eine Endometriose diagnostizieren lässt, kann in günstigen Fällen unter Umständen gleich eine Behandlung erfolgen, indem die Endometrioseherde elektrisch oder per Laser verödet werden. In anderen Fällen ist möglicherweise eine größere Operation mit Bauchschnitt, eine hormonelle Therapie oder eine Kombination aus beiden erforderlich, um günstigere Voraussetzungen für die Erfüllung des Kinderwunsches zu schaffen.



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Letzte Änderung:20.04.2009