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Komplikationen der Schwangerschaft bzw. der Therapie

Warum können nach IVF-Behandlungen auch Eileiterschwangerschaften vorkommen?

Wie häufig enden Schwangerschaften als Fehlgeburten und wann spricht man von wiederholten Fehlgeburten?

Was ist ein so genanntes Überstimulationssyndrom?

Wie häufig sind Fehlgeburten?

Welche Risiken sollten bewusst vermieden werden, wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird?

Schwanger mit über 35 Jahren – worin bestehen die Risiken?

Über welche Risiken und Probleme einer assistierten Befruchtung sollten betroffene Paare informiert sein, bevor sie sich zum Beginn einer solchen Behandlung entschließen?

Schwanger ja, aber außerhalb der Gebärmutter – wie konnte es dazu kommen?


Warum können nach IVF-Behandlungen auch Eileiterschwangerschaften vorkommen?
Eigentlich sollte man erwarten, dass nach einer IVF-Behandlung, bei der die Embryonen in die Höhle der Gebärmutter eingesetzt werden, keine Eileiterschwangerschaften vorkommen können. Dies ist jedoch so nicht der Fall. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass die befruchteten Eizellen noch einige Tage in der Höhle der Gebärmutter herumschwimmen, bevor sie sich einnisten. Sollte eine der eingesetzten Eizellen so in die Eileiter gelangen, kann eine Eileiterschwangerschaft entstehen. Da der Eileiter sehr eng ist, entstehen im Regelfall bald Beschwerden durch die sich vergrößernde Schwangerschaftsanlage. Eine solche falsch angelegte Schwangerschaft muss entfernt werden.

Wie häufig enden Schwangerschaften als Fehlgeburten und wann spricht man von wiederholten Fehlgeburten?
Eine Fehlgeburt (Spontanabort) ist insgesamt gesehen eine häufig auftretende Komplikation einer Schwangerschaft. Man kann davon ausgehen, dass zirka 15 Prozent aller Schwangerschaften als Fehlgeburt enden. Von wiederholten Fehlgeburten (so genannten rezidivierenden oder habituellen Aborten) spricht man normalerweise erst, wenn drei oder mehr Fehlgeburten nacheinander aufgetreten sind. Erst dann besteht auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass wiederkehrende Faktoren an dem Geschehen beteiligt sind und eine ausführliche Diagnostik Sinn macht. Die Häufigkeit wiederholter Fehlgeburten beträgt etwa 0,4 bis 1,8 Prozent aller Schwangerschaften.

Was ist ein so genanntes Überstimulationssyndrom?
Bei dem Ovariellen Überstimulationssyndrom handelt es sich um eine Komplikation einer hormonellen Stimulation, wie sie zum Beispiel im Rahmen einer assistierten Befruchtung (IVF-Therapie) durchgeführt wird. Zirka fünf bis sieben Tage nach der Follikelpunktion können unspezifische Beschwerden wie Übelkeit, Völlegefühl, Zunahme des Bauchumfangs und Bauchschmerzen auftreten. Ursache dafür ist eine Vergrößerung der Eierstöcke. Verschlimmert sich das Krankheitsbild – was selten der Fall ist – können Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum und Veränderungen bestimmter Blutwerte entstehen. Beschwerden eines leichten Überstimulationssyndroms kommen zum Beispiel nach hormoneller Stimulation bei IVF nicht so selten vor, sind aber unbedenklich und bedürfen meist keiner Therapie außer körperlicher Schonung. Selten sind ambulante Kontrollen mittels Ultraschall und Blutentnahmen zur Kontrolle der Blutwerte erforderlich. Stationäre Überwachung ist nur in extrem seltenen, sehr ausgeprägten Fällen des Ovariellen Überstimulationssyndroms empfehlenswert. Kommt es im Rahmen der Behandlung zu einer Schwangerschaft, können – durch die körpereigene Produktion des Schwangerschaftshormons hCG – die Beschwerden noch einige Zeit anhalten. Tritt keine Schwangerschaft ein, bilden sich die Veränderungen von selbst wieder zurück.

Wie häufig sind Fehlgeburten?
Fehlgeburten treten häufiger auf als die meisten medizinischen Laien annehmen. Ist klinisch (das heißt durch eine frühe Ultraschalluntersuchung) eine Schwangerschaft nachgewiesen worden, wird die Wahrscheinlichkeit einer spontan eintretenden Fehlgeburt mit zirka 15 Prozent angegeben. Man muss davon ausgehen, dass sehr frühe Fehlgeburten, die also passieren, bevor eine Schwangerschaft überhaupt festgestellt wird, noch häufiger sind. Wenn eine Schwangerschaft diagnostiziert wird, nimmt die Wahrscheinlichkeit, eine Fehlgeburt zu erleiden mit zunehmender Dauer der Schwangerschaft ab; von etwa 15 Prozent in der siebten Schwangerschaftswoche auf etwa knapp fünf Prozent in der 14. Schwangerschaftswoche. Zu berücksichtigen ist allerdings auch das Alter der Frau zum Zeitpunkt der Schwangerschaft, denn die Häufigkeit von Fehlgeburten nimmt mit steigendem Alter der Frau zu. Ein weiterer Risikofaktor für eine Fehlgeburt ist es, wenn bereits eine oder mehrere Fehlgeburten vorausgegangen sind. Nach einer Fehlgeburt steigt das Risiko einer erneuten Fehlgeburt zunächst nur gering an, nach drei oder mehr vorausgegangenen Fehlgeburten liegt das Risiko für einen weiteren Schwangerschaftsverlust ohne Therapie bei mehr als 50 Prozent. Die letztgenannte Situation wird auch als habituelle Abortneigung bezeichnet und sollte durch bestimmte Untersuchungen abgeklärt werden.

Welche Risiken sollten bewusst vermieden werden, wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird?
Wenn Sie eine Schwangerschaft „planen“ und möglichst alle unter Umständen schädlichen Einflüsse für sich und das eventuell entstehende Kind ausschließen möchten, sollten Sie insbesondere auf Genussmittel wie Alkohol und Nikotin ganz verzichten. Raucherinnen haben eine deutlich niedrigere Empfängnisrate – und kommt es zur Schwangerschaft, treten häufiger Fehlgeburten auf, und Kinder mit deutlichem Untergewicht werden geboren. Höhergradiger Alkoholkonsum kann bei Frauen zu Zyklusstörungen führen, und Kinder alkoholkranker Frauen können körperliche und geistige Schäden davontragen. Der Konsum von rohem Fleisch sollte eingestellt werden, und starke Zurückhaltung im Kontakt mit Katzen ist empfehlenswert, um die Infektion mit der Erkrankung Toxoplasmose zu vermeiden. Die Toxoplasmose führt beim gesunden Erwachsenen nur zu grippeähnlichen Beschwerden, kann dagegen das Ungeborene ernsthaft schädigen. Ein Schutz gegen Röteln sollte vorliegen. Zeigt eine Blutuntersuchung, dass nicht ausreichend Antikörper vorhanden sind, ist eine Impfung empfehlenswert, wobei danach eine sichere Verhütung für drei Monate gewährleistet sein sollte. Medikamente sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Es gibt zwar zahlreiche Substanzen, die auch in der Frühschwangerschaft angewendet werden können (und bei bestimmten Krankheitsbildern auch angewendet werden müssen), trotzdem gilt es, Vorsicht walten zu lassen.

Schwanger mit über 35 Jahren – worin bestehen die Risiken?
Eine Schwangerschaft, bei der die werdende Mutter älter als 35 Jahre ist und das erste Kind erwartet, gilt allgemein als Risikogravidität. Diese Situation kommt heute viel häufiger vor als früher, da insbesondere aus Gründen der Ausbildung und Berufstätigkeit die Realisierung des Kinderwunsches oft in ein höheres Lebensalter verschoben wird. Trotz vieler Fortschritte der modernen medizinischen Möglichkeiten sollte eine Schwangere im Alter von 35 oder mehr Jahren wissen, dass die Fehlgeburtsraten höher, Schwangerschaftserkrankungen und Chromosomenanomalien häufiger sind. Die zunehmende Zahl von Chromosomenanomalien erklärt man sich durch den fortschreitenden Alterungsprozess der Eizellen, die zum Zeitpunkt der Geburt der Frau bereits alle vorhanden sind (im Gegensatz zum Mann, bei dem immer wieder Spermien in den Hoden neu produziert werden können). Chromosomenanomalien können entweder zu Fehlgeburten führen, oder es können Kinder mit bestimmten Chromosomenanomalien geboren werden und in unterschiedlichem Maße dadurch gehandicapt sein (bekanntes Beispiel: Down-Syndrom = Trisomie 21). Daher wird zurzeit noch allen Frauen über 35 eine so genannte invasive Diagnostik, zum Beispiel eine Fruchtwasseruntersuchung zum Ausschluss einer Chromosomenanomalie, empfohlen. Um Schwangerschaftserkrankungen wie Schwangerschaftsdiabetes oder schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln, sollten Frauen über 35 Jahre in jedem Fall eine regelmäßige und engmaschige Vorsorge in Anspruch nehmen.

Über welche Risiken und Probleme einer assistierten Befruchtung sollten betroffene Paare informiert sein, bevor sie sich zum Beginn einer solchen Behandlung entschließen?
Zu unterscheiden sind Risiken und Probleme, die sich auf die Schwangerschaft und deren Verlauf beziehen, von solchen, die den Verlauf der Behandlung selbst betreffen. Zu letzteren – die insgesamt sehr selten sind – gehören als Folge der Stimulationsbehandlung das so genannte „Ovarielle Überstimulationssyndrom“ (OHSS) und Komplikationen der Follikelpunktion. Das Überstimulationssyndrom äußert sich für die betroffene Patientin typischerweise in einem aufgetriebenen und schmerzhaften Bauch, Übelkeit und Erbrechen. Der Arzt diagnostiziert beim Ultraschall deutlich vergrößerte Eierstöcke und unter Umständen Wasser im Bauchraum. Dazu gehören auch bestimmte Veränderungen der Blutwerte. Je nach Ausprägung des OHSS kann in sehr seltenen Fällen sogar ein Krankenhausaufenthalt zur Überwachung notwendig werden. Ebenso wie das Überstimulationssyndrom sind Komplikationen bei der Follikelpunktion, das heißt der Eizellentnahme, sehr selten. Es kann dabei zu Entzündungen, Blutungen oder Verletzungen anderer Organe im Bauchraum kommen. Für den Fall, dass eine Schwangerschaft eintritt, muss in einigen Fällen mit folgenden Risiken beziehungsweise Komplikationen gerechnet werden: Mehrlingsschwangerschaften sind auf Grund der Tatsache, dass bis zu maximal drei befruchtete Eizellen (Embryonen) nach dem derzeit in Österreich gültigen Gesetz eingesetzt werden dürfen, häufiger als bei natürlich eingetretenen Schwangerschaften. Es entstehen nach einer IVF-Behandlung zirka 20 Prozent Zwillings- und vier Prozent Drillingsschwangerschaften. Folgen einer solchen Mehrlingsschwangerschaft sind zum Beispiel vorzeitige Wehentätigkeit und Frühgeburt. Auch Fehlgeburten und Eileiterschwangerschaften sind nach einer fachgerecht durchgeführten künstlichen Befruchtung häufiger als bei „normalen“ Schwangeren. Deshalb sind regelmäßige und frühzeitige Kontrollen nach Feststellung einer Schwangerschaft notwendig und empfehlenswert.

Schwanger ja, aber außerhalb der Gebärmutter – wie konnte es dazu kommen?
Wenn sich eine befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet, kann sie sich in Kürze nicht mehr normal weiterentwickeln. Der häufigste Ort für eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter ist der Eileiter (98 Prozent). In seltenen Fällen können aber auch Schwangerschaften in der freien Bauchhöhle, dem Eierstock oder zum Beispiel im Gebärmutterhals vorkommen. Zunächst beginnt eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter für die betroffene Frau wie eine ganz normale Schwangerschaft: Die Periodenblutungen bleiben aus und die typischen subjektiven Schwangerschaftszeichen treten auf. Nach kürzerer Zeit kommt es dann aber häufig zu leichten Blutungen und Unterleibsschmerzen. In einem solchen Fall sollte der Frauenarzt aufgesucht werden, um eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter auszuschließen. Für das Auftreten von Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter gibt es eine Vielzahl von Gründen, zum Beispiel Eileiterentzündungen, Endometriose, Verwendung von Intrauterinspiralen zur Verhütung oder vorausgegangene Operationen an den Eileitern, insbesondere wenn eine Eileiterschwangerschaft bereits operiert wurde. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter ist in aller Regel nicht lebensfähig und muss – meist operativ – behandelt werden.



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Letzte Änderung:20.04.2009