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Sonstige Erkrankungen und Kinderwunsch

Kinderwunsch bei Diabetikerinnen – was muss beachtet werden?

Was bedeutet der Begriff Dysmenorrhö und inwiefern steht er mit dem unerfüllten Kinderwunsch in Zusammenhang?

Inwiefern können Schilddrüsenfunktionen und unerfüllter Kinderwunsch zusammenhängen?

Inwiefern können Myome Ursache von Unfruchtbarkeit sein?

Kann ein Hodenhochstand in der Kindheit zu Unfruchtbarkeit führen?

Was versteht man unter einer so genannten Hydrosalpinx und was für eine Rolle spielt diese Erkrankung bei der Problematik des unerfüllten Kinderwunsches?

Was haben Chlamydien-Infektionen mit Sterilität zu tun?

Was ist eine Varikozele und wie kann sie sich auf die Spermaqualität auswirken?

Unerfüllter Kinderwunsch und Endometriose – wie hängt das zusammen?

Was sind Myome und inwiefern spielen sie für die ungewollte Kinderlosigkeit eine Rolle?

Was sind Chlamydieninfektionen und inwiefern spielen sie für die Fruchtbarkeit beziehungsweise Unfruchtbarkeit eine Rolle?


Kinderwunsch bei Diabetikerinnen – was muss beachtet werden?
Besteht bei einer Frau mit einer Zuckererkrankung (Diabetes) Kinderwunsch, muss berücksichtigt werden, dass insbesondere ein insulinpflichtiger Diabetes auch heute noch eine Risikosituation für die Schwangere und das ungeborene Kind darstellt. Ein schlecht behandelter Diabetes kann in der Frühschwangerschaft zu Fehlgeburten, im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zu Entwicklungsverzögerungen, Fehlbildungen des Kindes, im ungünstigsten Fall sogar zu Totgeburten führen. Daher ist es unerlässlich, dass Frauen mit einem bekannten insulinpflichtigen Diabetes schon vor der zur Schwangerschaft führenden Befruchtung auf optimal niedrige Blutzuckerspiegel eingestellt sind. Da die Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft stark schwanken, muss die betroffene Schwangere zu engmaschigen Selbstkontrollen der Blutzuckerwerte angeleitet werden; die Anpassung der Insulintherapie an den jeweiligen Bedarf sollte durch einen Spezialisten erfolgen. Wird der Diabetes bereits präkonzeptionell, also vor Eintreten der Schwangerschaft, optimal eingestellt, lässt sich das oben genannte Risiko – insbesondere das Fehlgeburtsrisiko – stark senken. Bei Frauen mit so genannten habituellen Aborten – das heißt häufigen, aufeinander folgenden Fehlgeburten – sollte bei der Ursachensuche deshalb auch ein bisher nicht erkannter Diabetes durch entsprechende Blutuntersuchungen ausgeschlossen werden.

Was bedeutet der Begriff Dysmenorrhö und inwiefern steht er mit dem unerfüllten Kinderwunsch in Zusammenhang?
Unter Dysmenorrhö versteht man überdurchschnittlich schmerzhafte Regelblutungen, die gelegentlich mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Brechreiz einhergehen können. Nicht immer hat eine vorhandene Dysmenorrhö krankhafte Bedeutung; in vielen Fällen haben Frauen Schmerzen während der Regelblutung, die auf hormonell bedingte Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur zurückzuführen sind. Eine Dysmenorrhö ohne organische Erkrankung spielt im Zusammenhang mit Kinderwunsch vermutlich keine Rolle. In anderen Fällen kann allerdings eine Dysmenorrhö auch auf Erkrankungen hinweisen, die das Zustandekommen einer Schwangerschaft behindern. In erster Linie handelt es sich dabei um Myome oder Endometriose, die im Rahmen der Sterilitätstherapie unter Umständen behandelt werden müssen. Besteht bei einer Sterilitätspatientin eine Dysmenorrhö, empfiehlt es sich, zum Ausschluss der oben genannten Erkrankungen eine Vaginosonographie oder eventuell eine Bauchspiegelung durchzuführen.

Inwiefern können Schilddrüsenfunktionen und unerfüllter Kinderwunsch zusammenhängen?
Sowohl Unter- als auch Überfunktionen der Schilddrüse können sich fertilitätshemmend auswirken, indem sie störend auf den hormonellen Ablauf des ovariellen Zyklus einwirken. Insbesondere bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) kann es zu unterschiedlich ausgeprägten Zyklusstörungen kommen – häufig ist vor allem bei der so genannten latenten Hypothyreose das klinische Bild der Gelbkörperschwäche. Bei ausgeprägteren Unterfunktionen der Schilddrüse können stärkere Störungen des menstruellen Zyklus auftreten – vom anovulatorischen Zyklus über Blutungsstörungen bis hin zum völligen Ausbleiben der Menstruation. Nicht selten sind die Unterfunktionen der Schilddrüse mit einer Überproduktion des Prolaktins kombiniert. Überfunktionen der Schilddrüse (Hyperthyreose) können ebenfalls zu Zyklusstörungen führen, werden aber deutlich seltener bei Sterilitätspatientinnen diagnostiziert. Aus den genannten Gründen ist es deshalb bei jeder Sterilitätspatientin sinnvoll, eine – auch nur diskret ausgeprägte – Störung der Schilddrüsenfunktion durch eine entsprechende Blutuntersuchung auszuschließen.

Inwiefern können Myome Ursache von Unfruchtbarkeit sein?
Myome sind eine häufige Erscheinung bei Frauen über 30 Jahre. Unter Myomen versteht man gutartige Muskelknoten der Gebärmutter, die entweder diffus die ganze Wand durchsetzen oder als einzelne Knoten innen oder außen an der Gebärmutterwand wachsen können. Wenn sie in der Nähe der Eileitermündung wachsen, können sie die Durchgängigkeit der Eileiter beeinträchtigen. Wachsen sie mehr in den Innenraum der Gebärmutter hinein, können sie entweder die Einnistung der befruchteten Eizelle behindern oder etwas später die normale Weiterentwicklung des Embryos verhindern. Auch wenn sich die Schwangerschaft normal entwickelt, können Myome Probleme bereiten, zum Beispiel Schmerzen oder Entzündungen, insbesondere wenn sie in der Schwangerschaft weiter wachsen. Deshalb sollte ihre Größe mittels Ultraschall überwacht werden. Auf Grund aller dieser Möglichkeiten kann es manchmal notwendig werden, Myome vor einer geplanten Schwangerschaft zu entfernen.

Kann ein Hodenhochstand in der Kindheit zu Unfruchtbarkeit führen?
Bei 96 bis 97 Prozent aller männlichen Neugeborenen liegen die Hoden bei der Geburt im Hodensack. Dies ist wichtig, da das Samen produzierende Hodengewebe durch die höhere Innentemperatur geschädigt werden kann. Bei zirka drei Prozent der männlichen Neugeborenen liegt ein so genannter Hodenhochstand (Kryptorchismus) vor, wobei sich unter diesem Sammelbegriff verschieden stark ausgeprägte Formen verbergen: Die Hoden können sich in den Leisten oder aber auch in der Bauchhöhle befinden; sie können sich kontinuierlich in einer Lagevariante befinden oder nur vorübergehend den Hodensack verlassen. Da eine spontane Besserung des Problems nach dem ersten Lebensjahr nur noch selten vorkommt, sollte bei der Diagnose eines Hodenhochstands spätestens im zweiten Lebensjahr eine medikamentöse oder operative Behandlung erfolgen, um eine langfristige und unter Umständen weit reichende Schädigung des Hodengewebes, die letztendlich zu Unfruchtbarkeit führen kann, zu vermeiden. Darüber hinaus besteht bei Männern, die als Kind einen Hodenhochstand hatten, ein erhöhtes Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, so dass diese Männer ihre Hoden regelmäßig selbst untersuchen oder untersuchen lassen sollten.

Was versteht man unter einer so genannten Hydrosalpinx und was für eine Rolle spielt diese Erkrankung bei der Problematik des unerfüllten Kinderwunsches?
Unter einer Hydrosalpinx versteht man das Vorliegen von flüssigkeitsgefüllten Eileitern (einseitig oder beidseitig), wobei es sich typischerweise um eine nicht entzündliche, also keine bakteriell besiedelte Flüssigkeit im Inneren der Eileiter handelt. Meist geht der Hydrosalpinx-Entstehung jedoch eine Entzündung der Eileiter voraus, in deren Folge es zum Eileiterverschluss mit nachfolgender Flüssigkeitsansammlung kommt. Bei Vorliegen einer Hydrosalpinx beiderseits und damit verbundenem Verschluss der Eileiter kann der Patientin eine künstliche Befruchtung (IVF) als Behandlung empfohlen werden. Jedoch erscheint es in einem solchen Fall sinnvoll, die beiden verschlossenen und flüssigkeitsgefüllten Eileiter zuvor operativ zu entfernen. Offensichtlich kann es nämlich passieren, dass etwas der zurückgehaltenen Flüssigkeit aus dem Eileiter in die Höhle der Gebärmutter zurückfließt. Im Tierexperiment konnte gezeigt werden, dass die besagte Flüssigkeit schädliche Wirkungen auf Embryonen entfaltet und so die Erfolgsquote bei der IVF negativ beeinflussen kann.

Was haben Chlamydien-Infektionen mit Sterilität zu tun?
Chlamydien sind kleine Bakterien, die neben anderen Infektionskrankheiten auch Unterleibsinfektionen auslösen können. Der Infektionsweg für solch genitale Chlamydien-Infektionen ist in erster Linie der Geschlechtsverkehr, so dass vor allem Menschen gefährdet sind, die häufig den Partner wechseln. Bei Frauen kann die Infektion unter Umständen völlig unbemerkt bleiben und trotzdem an den inneren Geschlechtsorganen deutliche Spuren im Sinne von Vernarbungen und Verklebungen hinterlassen. Folge kann Unfruchtbarkeit durch Undurchgängigkeit der Eileiter sein. Treten Symptome auf, sind dies zum Beispiel Ausfluss aus der Scheide, Brennen beim Wasserlassen oder diffuse Unterleibsschmerzen. Wurde bei einer Frau eine Chlamydien-Infektion diagnostiziert, sollte auch ihr Partner untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Behandlung der Wahl nach Akutfall ist eine Therapie mit bestimmten Antibiotika. Sind bereits Verwachsungen der Eileiter aufgetreten, können diese manchmal operativ beseitigt werden; in anderen Fällen bleibt nur noch die künstliche Befruchtung als Behandlungsalternative.

Was ist eine Varikozele und wie kann sie sich auf die Spermaqualität auswirken?
Unter einer Varikozele versteht man ein erweitertes Venengeflecht im Hoden. Defekte Venenklappen führen dazu, dass das venöse Blut des Hodens nicht mehr vollständig aus dem Hoden in die Bauchhöhle zurückfließt, sondern sich in dem Venengeflecht des Hodens staut. Es entsteht eine Art Krampfader. Möglicherweise führt der Stau des venösen Blutes zu einer Erhöhung der Temperatur des Hodens und es kommt so zu einer Beeinträchtigung der Samenproduktion, die stark temperaturabhängig ist. Finden sich gleichzeitig eine Varikozele und eine eingeschränkte Spermaqualität beim Mann und liegt eine unklare Sterilität vor, kommt unter Umständen eine operative Sanierung der Varikozele infrage. Dabei wird die Hodenvene unterbunden oder verödet, wodurch sich auch in vielen Fällen die Samenqualität nach einiger Zeit verbessert.

Unerfüllter Kinderwunsch und Endometriose – wie hängt das zusammen?
Unter Endometriose versteht man das Vorkommen und Wachstum von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter. Diese versprengte Schleimhaut wird genauso wie die Schleimhaut in der Gebärmutter durch die körpereigenen Östrogene stimuliert und es kann deshalb zu Knoten- oder Zystenbildung und Verwachsungen kommen. Typische Beschwerden, die durch Endometriose verursacht werden können, sind zum Beispiel starke Menstruationsschmerzen oder unregelmäßige und verlängerte Periodenblutungen. Nicht selten kann jedoch eine Endometriose vorliegen, ohne dass diese Beschwerden verursachen muss. Bei Frauen mit bisher nicht erklärbarer Sterilität finden sich bei der Abklärung, zum Beispiel in Form einer Bauchspiegelung, relativ häufig Endometrioseherde, die dann möglicherweise gleich operativ beseitigt werden können. Bei ausgeprägten Befunden sind manchmal jedoch auch ausgedehnte Operationen und/oder hormonelle Therapien notwendig. Tritt trotz der oben beschriebenen Behandlungen keine Schwangerschaft ein, kann auch erst eine künstliche Befruchtung zum Erfolg führen.

Was sind Myome und inwiefern spielen sie für die ungewollte Kinderlosigkeit eine Rolle?
Unter Myomen versteht man gutartige Knoten, die von der Muskelschicht der Gebärmutter, dem so genannten Myometrium, ausgehen. In der Regel bilden sich Myome nur im Zeitraum der Geschlechtsreife, da sie östrogenabhängig wachsen. Geht die Östrogenproduktion mit den Wechseljahren zurück, bilden sich meist auch vorhandene Myome wieder zurück. Myome können je nach Lokalisation verschiedene Symptome hervorrufen; sitzen sie mehr im Inneren der Gebärmutterhöhle, stehen Blutungsstörungen im Vordergrund; sitzen sie mehr an der Außenwand der Gebärmutter, können Schmerzen oder Druck auf andere Organe (zum Beispiel Darm oder Blase) vorherrschen. Abhängig von Größe, Zahl und Ort der Myome können derartige Veränderungen der Gebärmutter einen negativen Einfluss sowohl auf das Eintreten als auch auf das Fortbestehen einer Schwangerschaft haben. Durch Myome in der Gebärmutterhöhle kann die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert werden, eine frühe Schwangerschaft kann an ihrer weiteren Entwicklung gehindert werden. Manchmal können seitlich an der Gebärmutter gelegene Myome auch die Eileiterdurchgängigkeit behindern. Andererseits muss nicht jedes Myom unbedingt mit der ungewollten Kinderlosigkeit in Zusammenhang stehen. Myome können in der Regel mit Ultraschall diagnostiziert werden. Ist es wahrscheinlich, dass dem oder den Myom(en) eine entscheidende Rolle für die Sterilität zukommt, kann zur weiteren Abklärung eine so genannte Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) notwendig werden. Möglicherweise kann dann auch gleichzeitig auf diesem Wege eine Entfernung des Myoms erfolgen.

Was sind Chlamydieninfektionen und inwiefern spielen sie für die Fruchtbarkeit beziehungsweise Unfruchtbarkeit eine Rolle?
Chlamydien sind bakterielle Krankheitserreger, die sowohl beim Mann als auch bei der Frau Entzündungen im Bereich des Unterleibs auslösen können, wobei die Ansteckung in der Regel beim Geschlechtsverkehr erfolgt. Bei der Frau können durch bestimmte Chlamydienarten Entzündungen des Gebärmutterhalses und – von dort ausgehend – der ganzen Gebärmutter und der Eileiter hervorgerufen werden. In vielen Fällen verlaufen diese Infektionen mit Chlamydien ohne dass subjektive Beschwerden auftreten. Trotzdem können schwerwiegende Schäden am Eileiter zurückbleiben, die im schlimmsten Fall die Durchgängigkeit der Eileiter völlig aufheben. Beim Mann können Chlamydien Auslöser von Entzündungen der Prostata und der Nebenhoden sein. Auch hier können nicht behandelte Erkrankungen zu negativen Folgen für die Erfüllung des Kinderwunsches führen. Sollte der Verdacht auf eine Chlamydieninfektion bestehen, kann sie mit Hilfe spezieller Nachweisverfahren, zum Beispiel in Form von Abstrichen, oder im Rahmen einer Blutuntersuchung diagnostiziert werden. Eine antibiotische Therapie ist in solchen Fällen ratsam, um langfristige negative Folgen einer Infektion möglichst zu vermeiden.



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Letzte Änderung:20.04.2009