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Der Eisprung

Eizellen (oder Oozyten) werden von den Eierstöcken (Ovarien) produziert, welche die wesentlichen Geschlechtsorgane der Frau sind. Die Eizellen werden von ergänzenden Strukturen, welche im Fall einer Befruchtung auch zur Ernährung und zum Schutz des Embryos dienen, transportiert und geschützt, sobald sie die Ovarien verlassen.

Die Ovarien

  • Die Ovarien sind jene Teile des weiblichen Fortpflanzungssystems, die reife Eizellen, oder Oozyten, produzieren und freigeben.  Der weibliche Körper enthält zwei Ovarien, die sich zu beiden Seiten der Gebärmutter befinden. Die Ovarien sind knötchenartige Drüsen, welche nach der Pubertät eine faltige, unebene Oberfläche bekommen und der Größe und Form nach einer großen Mandel ähnlich sind. Die Oberfläche der Ovarien ist mit Epithelgewebe bedeckt. Unterhalb des Ovarienepithels befinden sich tausende mikroskopisch kleine Strukturen, genannt Ovarialfollikel, die in eine Bindegewebematrix, auch als Stroma bekannt, eingebettet sind. Die Follikel enthalten die Eizellen, und nach der Pubertät sind sie in unterschiedlichen Entwicklungsstadien vorhanden. (Die Entwicklung von Ovarialfollikel wird in einem späteren Abschnitt beschrieben.) Die Ovarien erfüllen zwei primäre Funktionen: Sie produzieren und speichern die weiblichen Gameten (Eizellen), die in Kügelchen, genannt Primärfollikel (Primordialfollikel) enthalten sind.
  • Sie dienen auch als endokrine Drüsen, indem sie weibliche Sexualhormone freisetzen – die Östrogene (vorwiegend Östradiol) und Progesteron.
Die Eileiter

Die Eileiter oder Ovidukte bestehen aus zwei, ungefähr 10 cm langen Kanälchen, die aus der Gebärmutter führen und in fingerähnlichen Fortsätzen, genannt Fimbriae, auslaufen. Die Fimbrien liegen den Ovarien auf, sind mit diesen aber nicht fest verbunden.

Während des Eisprungs nimmt das zottige Ende des Eileiters die reife Eizelle auf, die von den Eierstöcken freigegeben wird. Die innere Umgebung des Eileiters ist biochemisch komplex. Die Eizelle verbleibt einige Tage im Eileiter. Die Befruchtung findet normalerweise am abstehenden Ende des Eileiters statt, wie in der Abbildung ersichtlich.

Eileiter

Wenn die Befruchtung stattfindet, wird der daraus entstehende Embryo so lange im Eileiter festgehalten, bis er sich zu einem kleinen Zellhaufen (Blastozyste) entwickelt hat. Danach wird er durch eine Kombination aus gleichmäßigen rhythmischen Kontraktionen der Muskelwände des Kanals und winziger, haarähnlicher Fortsätze, genannt Zilien, durch den Eileiter vorwärts bewegt. Der Embryo wird in Richtung Gebärmutter geschoben, wo nach der Einnistung eine Schwangerschaft ihren Lauf nehmen kann.

Die Gebärmutter

Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges Hohlorgan, das in der Lage ist, im Laufe des fruchtbaren Lebensabschnittes einer Frau große Veränderungen mitzumachen. Von der Pubertät bis zu den Wechseljahren bietet der innere Rand der Gebärmutter (das Endometrium) ein geeignetes Umfeld für die Einnistung und Entwicklung eines Embryo während einer Schwangerschaft. Der endometrische Rand verdickt sich während der Proliferationsphase (der ersten Hälfte) des Menstruationszyklus. Er bildet nach dem Eisprung Sekretdrüsen, wenn er von Hormonen stimuliert wird, die von den Eierstöcken freigegeben werden.

Wenn eine Eizelle nicht befruchtet ist, oder keine Einnistung stattfindet, wird das Endometrium ab- und während der Menstruation aus dem Körper über die Vagina ausgestoßen. Danach wird es langsam im Lauf des nächsten Menstruationszyklus wieder aufgebaut.

Während des Geburtsvorganges führen in der Gebärmutter rhythmische Kontraktionen, die Wehen, zur „Austreibung“ des Fötus aus dem Geburtskanal und aus der Scheide. 

Die Gebärmutter besteht aus zwei Hauptteilen:   
  • Dem gewölbten oberen Teil, genannt Körper oder Corpus.
  • Dem schmalen unteren Teil, genannt Hals oder Cervix.
Der obere Abschnitt des Gebärmutterkörpers wird Fundus genannt. Die Eileiter öffnen sich zu den gegenüberliegenden Ecken des Fundus hin und die Cervix öffnet sich zur Vagina hin. Die Cervix ist eine zylinderartige Struktur, die vom oberen Ende der Vagina in das Innere der Gebärmutter führt. Sie ist etwa 2,5 cm lang und durch sie läuft ein feines Kanälchen mit Öffnungen an jedem Ende. Die inneren Wände der Cervix enthalten kleine Taschen, genannt Krypten, die alkalischen Schleim absondern, der Spermien vor der Säure vaginaler Ausscheidungen schützt. Die Krypten dienen ebenso als Spermienreservoir.

Die Wände der Gebärmutter enthalten drei Schichten: 
  • Die innerste Schicht, genannt Endometrium.
  • Die mittlere Muskelschicht, genannt Myometrium.
  • Die äußere, seröse Schicht, genannt Peritoneum.
Die Serosa scheidet eine wässrige (seröse) Flüssigkeit ab, welche die Reibung zwischen der Gebärmutter und umgebenden Organen verhindert.  Ein Querschnitt durch die Gebärmutterstruktur ist in der folgenden Grafik ersichtlich.
Gebärmutter

Die Vagina

Die Vagina ist ein röhrenförmiges Organ, dass sich von der Cervix bis zu ihrer äußeren Öffnung hin erstreckt. Sie befindet sich zwischen dem Rektum, das darunter liegt, der Blase und der Harnröhre, die über ihr liegen. Sie besteht vorwiegend aus weichen Muskeln, umgeben von schleimigen Membranen, und empfängt den männlichen Samen. Sie dient auch als unterer Teil des Geburtskanals und als Ausscheidungsweg für Absonderungen der Gebärmutter und der Monatsblutung.


Vagina

Abb: Frontalschnitt durch einen Teil des kleinen Beckens


Die Vulva

Die Vulva umfasst die äußeren weiblichen Genitalien, welche die Öffnung zur Vagina hin umgeben und den durchlaufenden Trakt schleimig-feucht erhalten. 

Zu den Bestandteilen der Vulva zählen: 

  • Der Mons pubis, ein mit Haut bedeckter Fettpolster über dem Beckengelenk, der bei erwachsenen Frauen mit krauser Behaarung bedeckt ist.
  • Die Klitoris, einer erektilen Struktur ähnlich dem Penis des Mannes.
  • Das Labium minus, das aus fettigem Gewebe besteht und die Öffnung der Vagina umgibt.
  • Das Labium majus, das Haarfollikel, Schweiß- und Talgdrüsen enthält. Das Labium majus wird auf der inneren Oberfläche durch das Labium minus bedeckt, welches feucht ist und keine Haarfollikel enthält.
  • Die Bartholinischen-Drüsen, zwei bohnenförmigen Drüsen zu beiden Seiten der Vaginalöffnung, die Sekrete absondern.
Die Brüste

Die Brüste sind bei Frauen bis einige Zeit nach dem Einsetzen der Menstruation noch nicht voll entwickelt. Bei Kindern und Männern sind sie nur in Ansätzen vorhanden. Die Brüste enthalten Milchdrüsen und versorgen das Neugeborene mit Nahrung. Nach der Geburt wird die Milchproduktion eingeleitet und durch die Absonderung des Hormons Prolaktin durch die Hirnanhangdrüse aufrechterhalten.


Aufbau des weiblichen Zeugungsapparats

BestandteilBeschreibungFunktion
GebärmutterBirnenförmiger Hohlraum, bestehend aus dem Fundus, der endometriales Gewebe enthält, und einem unteren Teil, genannt Cervix.Ort der Einnistung und Entwicklung des Embryos. Sorgt für Muskelkontraktionen (Wehen) zur Beförderung des Fötus während der Geburt.
EierstöckeZwei mandelförmige Gebilde an den gegenüberliegenden Seiten der Beckenhöhle.Produzieren und speichern die Eizellen. Bildung und Absonderung von Östrogenen und Progesteron.
Eileiter
Kanäle, die in fingerähnliche Fortsätze (Fimbrien) auslaufen, die den Eierstöcken aufliegen, mit diesen jedoch nicht fest verbunden sind.Die Eizellen bewegen sich durch Kanäle von den Eierstöcken zur Gebärmutter. Ort der Befruchtung.
VaginaMuskelschlauch, der von außerhalb des Körpers zur Cervix führt.Dient als unterer Teil des Geburtskanals.
Empfängt den männlichen Samen.
VulvaBezeichnung für externe Genitalien (z.B. Klitoris und Labium).Umgibt und befeuchtet die Öffnung zur Vagina.


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Letzte Änderung:02.08.2010